Zeit/Ort: Fr, 08.11.2013, 10:30 – 15:30 Uhr, Nachbarschaftshaus Gostenhof

Inhalt:

In vielen Bundesländern werden die Mittel für Community Radios und andere partizipative Medien gekürzt. Den alten und auch neuen Sendungsmachenden wird die Möglichkeit, ihre Meinung oder Musik zu veröffentlichen, verwehrt. Muss das sein?

In unserem Panel eröffnen wir die Möglichkeit, von bestehenden Radios zu lernen:

AkteurInnen von Community Radios unterschiedlicher Bundesländer werden mit Input-Referaten aktuelle und vergangene Auseinandersetzungen, Erfolge und Misserfolge, Organisationsstrukturen und Best Practice beleuchten.

Gäste: VertreterInnen von Community Radios verschiedener Bundesländer

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Protokoll

Im ersten Teil des Workshops wurde ein Überblick über die Ursprünge Freier Radios in Deutschland gegeben. Mit diversen O-Tönen verschiedener Radiomachender von verschiedenen Freien Radios und Radioinitiativen wurde die Geschichte und Praxis Freier Radios dargestellt. Anhand von Gesetzestexten und Satzungen wurde exemplarisch die Verankerung und Finanzierung von Bürgermedien, Nicht-kommerziellen Lokalfunk oder lokalen Radioprogrammen vorgestellt.

Wege zum RadioGesetzliche Grundlagen und FörderpraxenOrganisierung
Piratenradio, Veranstaltungsfunk und die Stellung eines Lizenzantrag sind Wege, zum Betreiben von Radiosendern.Gruppen und Einzelpersonen sind die Keimzellen Freier Radios.Bundesland abhängig, nicht in allen Bundesländern sind Formen der Community Media gesetzlich vorgesehen und werden entsprechend auch nicht gefördert.Von klaren Strukturen, in denen klar definierte Gruppen aus dem Radio über die Belange und das Programm entscheiden, gibt es auch Radios, die offene Plena für diese Entscheidungen vorsehen. Je nach Umfeld ist Radiopraxis politisch nah an sozialen Bewegungen oder aber durch ein kritische Distanz geprägt. Genauso gibt es aber auch Radios deren politischer Bezug zu Bewegungen eher gering ist. Weiträumig ist eine fast 20 jährige Sendepraxis vorzuweisen, die durch Kontinuität aber auch permanenten Austausch erfolgreich besteht.

Tabelle: Zusammenfassung des Vortrages

Offene Fragen und Diskussionspunkte

  • Freie Radios sind nicht Bürgerrundfunk, sind Nicht-kommerziellen Lokalfunk und doch sind von allen Elementen in allen etwas vorhanden. Ein weltweiter geläufiger Begriff ist „community media“, der die verschiedenen Facetten der oben genannten Begriffe vereint.
  • Quoten für Freie Radios? Welche Bedeutung und was bilden Quoten ab? Öffentliche Mittelzuweisungen bedeuten auch festgelegte Vorgaben zu erfüllen. Wenn dieses Maß angelegt wird müssen alle Medien gleichermaßen behandelt werden, die öffentlich rechtlichen wie auch die nicht-kommerziellen Radios.

Die Finanzierung und ihre Grenzen

  1. gesetzliche Grundlagen müssen vorhanden sein, damit die Medienanstalten zahlen können.
  2. Nur in wenigen Bundesländern erhalten die Medienanstalten ihre gesetzlich möglichen 2% der Rundfunkgebühren. Da ist ein Mittelpotential, dass erschlossen werden kann.
  3. In Frankreich werden kommerzielle Privatsender besteuert und diese Mittel sind für den community media Bereich da. Auch in Deutschland werden Beiträge erhoben und eventuell ausbaubar.

Präsentation

Medienvielfalt für alle – Freie Radios überall